Ein Gesetzestext von und für Sexarbeiter*innen
Termin: 03.03.2026, 18:00 Uhr
Ort: Karl Liebknecht Haus (Mitte)
Eintritt: Kostenlos
Anmeldung:
Termin: 19.03.2026, Uhrzeit folgt
Ort: Linx* 44 (Schirker Str. 26, Berlin-Neukölln)
Eintritt: Kostenlos
Anmeldung:
Beschreibung
Sexarbeitende sind oft von gesetzlichen Regelungen betroffen, die über ihre Köpfe hinweg und ohne ihre Zustimmung entschieden werden. Mit diesem Gesetzesentwurf liegt ein Dokument vor, das direkt aus der Perspektive von Sexarbeitenden selbst verfasst wurde. Es bündelt ihre Kritik an den bestehenden gesetzlichen Regelungen und beschreibt konkrete Forderungen und Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen. Unser Ziel ist es, mit diesem Entwurf in die Diskussion zu intervenieren, Aufmerksamkeit für die Anliegen von Sexarbeitenden zu schaffen und langfristig eine gesetzliche Umsetzung der Forderungen zu erreichen.
Unsere Sprecher*innen haben an dem Gesetzesentwurf mitgeschrieben und stellen ihn aus der Selbstvertretung heraus vor. Sie bringen eigene Erfahrungen sowie kollektive Analysen aus dem Entstehungsprozess des Entwurfs ein und ordnen diesen politisch ein.
Im Workshop werden zunächst die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen erläutert, insbesondere das Prostituiertenschutzgesetz von 2017. Darauf aufbauend wird vorgestellt, welche Punkte der alternative Sexarbeitsgesetzesentwurf (SAG) verändert und verbessert, welche Regelungen kritisch bewertet werden und welche konkreten Forderungen daraus folgen.
Ergänzend werden internationale Modelle in den Blick genommen, darunter das sogenannte schwedische Modell der Kriminalisierung sowie das belgische Modell der Entkriminalisierung, um Unterschiede, Auswirkungen und politische Konsequenzen vergleichend zu diskutieren.
Das SexArbeitsGesetz (SAG) bezieht sich auf alle Formen von Sexarbeit, unabhängig von Arbeitsort, Aufenthaltsstatus, Geschlecht oder Herkunft, und zielt auf eine Regulierung, die Rechte sichert, Diskriminierung und Kriminalisierung abbaut und politische Teilhabe ermöglicht.
Um diesen alternativen Gesetzesentwurf zu entwickeln, haben wir in sechs Workshops zwischen November 2024 und April 2025 intensive Diskussionen geführt und ihn seither stetig weiterbearbeitet. Sexarbeitende haben sich ausgetauscht, verschiedene Gesetzesmodelle aus anderen Ländern (bspw. Belgien, Neuseeland und Schweden) analysiert und letztendlich einen eigenen Vorschlag erarbeitet, der ihre Vorstellungen einer gerechteren und sichereren Gesetzgebung widerspiegelt. Selbstverständlich wird kein Anspruch auf Vollständigkeit dieses Gesetzesentwurfs erhoben, dieser ist ein Ansatzpunkt für eine vertiefte Diskussion, um die Rechte von Sexarbeitenden, welche hoffentlich weitere Ideen hervorbringt.
Mit diesem Gesetzesentwurf existiert eine umfassende Vorlage zur rechtlichen Gleichstellung von Sexarbeitenden. Dieser bietet einen klaren, umsetzbaren Weg, um die Situation von Sexarbeitenden nachhaltig zu verbessern und ihre Rechte zu stärken.
Unterstützt Sexarbeitende und schafft dieser Kritik und Forderungen Gehör!
Das Dokument mit dem Gesetzesentwurf kann hier frei heruntergeladen werden. Bitte nutzt es für eure Arbeit und verbreitet es weiter.
