Für Solidarität
und Selbstbestimmung
Linke für die Rechte von Sexarbeitenden
Als bundesweites, linkes Interessennetzwerk setzen wir uns dafür ein, strukturelle Ursachen wie Armut, Prekarität und Ausschluss zu bekämpfen und Sexarbeitende zu schützen und zu entkriminalisieren. Unser Ziel ist eine Politik, die echte Selbstbestimmung ermöglicht und Sicherheit statt Stigma schafft.
Jetzt mitmachenUnsere Forderungen
Als bundesweites Netzwerk von Sexarbeiter*innen, ehemaligen Sexarbeiter*innen und Allies innerhalb der Linken wollen wir die Situation für Sexarbeiter*innen verbessern und Sexarbeit entkriminalisieren und entstigmatisieren.
Umwandlung des Prostituiertenschutzgesetz in ein Arbeitsrecht, kommunale Sexarbeitsverbote auflösen.
Durch ein entsprechendes Arbeitsrecht werden Betreiber*innen zu Arbeitgeber*innen.
Anspruch auf Rente, geregelte Arbeitszeiten und Mutterschutz - was für viele als selbstverständlich gilt, trifft seit Dezember letzten Jahres auch auf Sexarbeitende in Belgien zu.
Betroffene von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung müssen langfristig geschützt und bleiberechtlich abgesichert werden.
Standardisierte gesetzliche Krankenversicherung und Bildung von gewerkschaftlichen Strukturen zur Rechtsberatung.
Weiterbildungen, Nachholen von Abschlüssen und bedarfsgerechte Angebote durch die Agentur für Arbeit.
Menschen, die in der Sexarbeit Opfer von Gewalt werden müssen genauso wie Opfer von Gewalt in engen sozialen Bindungen Zugang zu Frauenhäusern und alternativen Schutzräumen erhalten.
Mitarbeiter*innen in Behörden, der Polizei, der Justiz, der Krankenkassen usw. müssen fortlaufend geschult werden um den Umgang mit Menschen aus der Sexarbeit diskriminierungsfrei zu gewährleisten.
Öffentliche, staatlich geförderte Aufklärungskampagnen zur Entstigmatisierung, Gesundheit und zur Kund*innenaufklärung.
Die 4 Säulen der Istanbul-Konvention
und ihre Umsetzung durch Entkriminalisierung
Eine vollständige Umsetzung der Istanbul-Konvention ist auch in Deutschland dringend notwendig und auch dabei hilft die Entkriminalisierung von Sexarbeit, im Unterschied zur Legalisierung sowie zum Schwedischen Modell. Die Legalisierung, so gut sie in verschiedenen Ländern auch gemeint sein mag, beginnt auf dem falschen Fuß: Sie sagt den Sexarbeiter*innen, dass sie außerhalb der Legalität stehen. Aber wenn sie sich an bestimmte Regeln halten, können sie den Schutz unseres Gesetzes genießen. Die Entkriminalisierung hingegen kehrt dieses Paradigma um. Sexarbeiter*innen genießen immer den vollen Schutz des Gesetzes, es sind immer nur Missbrauch und Ausbeutung von Sexarbeiter*innen, die außerhalb des Gesetzes stehen.“
Bund und Länder sind angehalten, regelmäßig Aufklärungskampagnen zur Entstigmatisierung von Sexarbeit durchzuführen. Ziel dieser Kampagnen ist es, die öffentliche Wahrnehmung von Sexarbeit positiv zu verändern, Vorurteile abzubauen und die Akzeptanz von Sexarbeit als Beruf zu fördern.“ [2] „Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) und die Gesundheitsämter sind verpflichtet, umfassende Informationskampagnen zu Safer Sex und gesundheitlichem Schutz in der Sexarbeit durchzuführen.
Sexarbeit ist rechtlich als Arbeit anerkannt. Sexarbeitende genießen die üblichen Rechte nach Arbeitsrecht und Gewerbeordnung sowie die hier aufgeführten Regelungen. „Sexarbeit wird als legitime berufliche Tätigkeit anerkannt. Sexarbeitende haben das Recht, sich gewerkschaftlich zu organisieren oder Zusammenschlüsse zur Vertretung ihrer Interessen zu bilden. Betreibende dürfen die Mitgliedschaft in einer gewerkschaftlichen oder beruflichen Vereinigung nicht behindern oder sanktionieren.
Die Kundschaft ist verpflichtet, die mit Sexarbeitenden getroffenen Vereinbarungen sowie die erteilte Zustimmung oder den Entzug einer eventuell vorher erteilten Zustimmung jederzeit zu respektieren und einzuhalten.“ „Es ist strafbar, jemanden gegen den eigenen Willen zu sexuellen Handlungen zu bringen oder dies zu versuchen. Der § 232 StGB und folgende zu Menschenhandel und Zwangsprostitution bleiben unberührt.
Bund, Länder und Kommunen sind verpflichtet, eine angemessene Versorgung und Aufrechterhaltung der Behörden und Beratungsstellen für Sexarbeitende in ihrem Haushalt zu gewährleisten. Bund und Länder verpflichten sich, eine regionale unabhängige Konfliktschlichtungsstelle (ähnlich der Berliner LADG-Ombudsstelle) für Sexarbeitende einzurichten und zu finanzieren.
Heidi ReichinnekMdB - Die Linke
Zur ganzen Rede (Transkription) von Heidi Reichinnek geht es hier.
Stellungnahmen und Positionspapiere
Die folgende Übersicht versammelt renommierte Organisationen und Fachinstitutionen, die sich klar gegen die Einführung eines Sexkaufverbots beziehungsweise des sogenannten Nordischen Modells positionieren.
Berücksichtigt wurden ausschließlich Institutionen, die über nachgewiesene Expertise im Bereich Sexarbeit verfügen und sich aus unterschiedlichen fachlichen, menschenrechtlichen, sozialen und politischen Perspektiven mit diesem hochkomplexen Themenfeld auseinandersetzen.
Mehr dazu erfahren...How to be an Ally
Was ist Sexarbeitsfeindlichkeit und was kannst du tun um solidarisch an der Seite von Sexarbeitenden zu stehen?
Mehr erfahrenLinke Solidarität mit Sexarbeiter*innen und Betroffenen. Gegen konservative Symbolpolitik. Für Selbstbestimmung für alle Menschen.
- Ausbeutung bekämpfen
- Sexarbeit entkriminalisieren
- Arbeitsrechte stärken
LINKE für Selbstbestimmung – Der Blog
Selbstbestimmung bedeutet, über das eigene Leben frei entscheiden zu können – ohne Zwang, Stigma oder staatliche Repression. In Zeiten moralischer Panik und politischer Scheinlösungen braucht es eine klare linke Haltung: Rechte stärken statt Menschen bevormunden. Dieser Blog bietet Positionen, Analysen und solidarische Perspektiven für eine Politik der Freiheit und sozialen Gerechtigkeit.
Das Nordische Modell als Trugbild: Warum Kriminalisierung keine Befreiung bedeutet
Eine kritische Analyse zu Rassismus, Stigmatisierung und den gewaltvollen Konsequenzen des Sexkaufverbots
Die Debatte um die rechtliche Regulierung von Sexarbeit hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem der am heftigsten umstrittenen Felder der internationalen Rechtspolitik entwickelt und steht heute im Zentrum einer globalen Auseinandersetzung über Körperpolitik, staatliche Kontrolle und Menschenrechte. Im Fokus dieser oft hochemotional geführten Diskussion steht fast immer das sogenannte Nordische Modell – ein legislativer Ansatz, der die Strategie der asymmetrischen Kriminalisierung verfolgt.
Die Heilige und die Hure
Das nordische Versprechen von „wahrhaftiger Gleichstellung"
Die Unterstützung des nordischen Modells durch weiße, heterosexuelle Feministinnen wird häufig als Ausdruck linker Gleichstellungspolitik präsentiert. Sie bedient sich einer Sprache von Schutz, Geschlechtergerechtigkeit, Gewaltprävention und – nicht selten – auch sozialpolitischer Verantwortung. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch eine andere, dominierende Logik: Das nordische Modell fungiert primär als sexualmoralisches Ordnungsprojekt. Es stabilisiert eine spezifische Vorstellung „richtiger" Sexualität – und tarnt diese ordnungspolitischen Vorstoß unter dem feministischen Deckmantel des Engagements für Geschlechtergerechtigkeit.
Selbstbestimmung braucht Organisation
Warum Sexarbeitende sich auch gewerkschaftlich organisieren sollten
In Deutschland wird intensiv über Sexarbeit diskutiert. Politikerinnen, Behörden und sogenannte Expertinnen beraten darüber, wie unsere Arbeit reguliert werden soll – über Gesetze, über Verbote, über Schutzmaßnahmen.
Doch ein grundlegendes Problem zieht sich durch viele dieser Debatten: Die Menschen, die tatsächlich in der Sexarbeit tätig sind, sind selten strukturell beteiligt.
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Wer wir sind
Wir sind Sexarbeiter*innen aus verschiedenen Communities und Formen der Sexarbeit, Menschen aus Forschung, Politik und Gesundheit. Gemeinsam verstehen wir uns als ein linkes, parteiübergreifendes Netzwerk, das sich für Rechte, Selbstbestimmung und soziale Gerechtigkeit einsetzt.
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Diese Website befindet sich noch im Aufbau. In den kommenden Wochen und Monaten werden hier umfangreiche Informationen zu Sexarbeit, Selbstbestimmung und den politischen Realitäten von Sexarbeitenden verfügbar sein. Geplant sind ein Blog sowie vielfältige Beiträge aus unterschiedlichen Perspektiven: von Menschen, die selbst in der Sexarbeit tätig sind, von Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen, Verbündeten und weiteren relevanten Stimmen.
Auch wenn wir uns bemüht haben, in unserem ersten kurzen Petitionstext möglichst breit auf die Situation von Sexarbeitenden einzugehen, ist uns bewusst, dass darin nicht alle marginalisierten Perspektiven und Themen vollständig abgebildet werden konnten. Sexarbeit ist enorm divers und betrifft viele marginalisierte und mehrfach marginalisierte Gruppen. Deshalb ist für uns klar: Wir müssen intersektional denken, lernen und handeln. An diesen Aspekten arbeiten wir weiter – in der Kampagne, hier auf dieser Homepage, in zukünftigen Texten und in unserer politischen Arbeit.
Wir freuen uns sehr über Hinweise, Feedback und Vorschläge, die uns helfen, unterschiedliche Lebensrealitäten sichtbarer zu machen und unsere Inhalte gemeinsam mit Euch weiterzuentwickeln!
