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Selbstbestimmung bedeutet, über das eigene Leben frei entscheiden zu können – ohne Zwang, Stigma oder staatliche Repression. In Zeiten moralischer Panik und politischer Scheinlösungen braucht es eine klare linke Haltung: Rechte stärken statt Menschen bevormunden. Dieser Blog bietet Positionen, Analysen und solidarische Perspektiven für eine Politik der Freiheit und sozialen Gerechtigkeit.
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- Geschrieben von: Chris Lily Kiermeier
Eine Diskussion, die schon lange keine mehr ist; zwei Seiten, viele verletzende Äußerungen, keine Lösung und keine gewinnenden Parteien. Das ist die traurige Zusammenfassung eines Streits, bei dem es mittlerweile um mehr zu gehen scheint als nur um das Thema Sexarbeit. Es ist ein Streit, bei dem es um Menschenrechte geht und um die feministische Deutungshoheit, es ist der Streit um das Sexkaufverbot. Doch worum geht es eigentlich genau? Wie sieht die Wirklichkeit aus? Ist es wirklich notwendig, sich so zu zerstreiten? Die Stille, die oft über den Biografien der Betroffenen liegt, wird in dieser Debatte meist nur durch die lauten Stimmen derer unterbrochen, die über andere urteilen, anstatt mit ihnen zu sprechen. Diese moralisch aufgeladene Polarisierung verstellt den Blick auf die materiellen Bedingungen, unter denen Menschen ihre Arbeitskraft verkaufen, und ignoriert die komplexen Überlebensstrategien marginalisierter Gruppen.
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- Geschrieben von: Zoe
Glaubt man dem Gerede der Frauenunion oder dubiosen Sozialhilfevereinen mit missionarischem Hintergrund, handelt es sich bei der Debatte um Sexarbeit in erster Linie um ein Frauenthema. Um das zu unterstreichen wird gern hervorgehoben, dass sowieso die meisten Sexarbeiter*innen Frauen seien, während es sich bei den meisten Kund*innen um Männer handle. Aus diesen Fakten wird sodann auf den patriarchalen Charakter von Sexarbeit geschlossen. Die Debatte um Sexarbeit wird so zu einem binären Geschlechterdiskurs.
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- Geschrieben von: Kersten Artus
Veröffentlicht wurde der Artikel zuerst im Jahr 2018 in „Z.“ Der Zeitschrift für marxistische Erneuerung.
Niemand käme auf die Idee, die Ehe zu verbieten oder Maßnahmen zu ergreifen, sie einzudämmen. Sie ist grundgesetzlich geschützt und wird auch weltweit in Rechtsordnungen geregelt: In der Europäischen Charta der Grundrechte ist zum Beispiel das „Recht, eine Ehe einzugehen“, festgeschrieben. Sogleich gilt der Schutz der Eheschließungsfreiheit, wie auch die frei gestaltbare Aufgabenverteilung innerhalb der Ehe. Im Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte steht, dass beide Ehegatten gleiche Rechte und Pflichten während der Ehe haben.
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- Geschrieben von: Ruby Rebelde
Hast Du beim Lesen der Überschrift gedacht: Rant incoming? Ja, nein, so einfach ist es nicht. Wie so vieles in der Debatte über Sexarbeit ist, wenn es um Freier, SWERFs und TERFs geht, ist wenig eindeutig.
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- Geschrieben von: Daniel Horneber
In der deutschen Politik wird seit Jahren, und derzeit wieder besonders intensiv und laut, über das sogenannte Nordische Modell diskutiert. Diese Debatte wird von rechten Parteien über die politische Mitte bis hin zu Teilen der Linken geführt.
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- Geschrieben von: Nadja Zillken
Im öffentlichen Diskurs (jenseits von Kreisen des Fachpersonals, von Sexarbeiter*innen selbst, sowie von Expert*innen aus Forschung und Selbsthilfe) geistern immer wieder zwei polarisierende und massiv vereinfacht dargestellte Archetypen von Frauen der Sexarbeit herum:1
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- Geschrieben von: Anne Bonny
Zu oft wird über Sexarbeit gesprochen, ohne Sexarbeiter*innen zu hören. Unsere Erfahrungen werden relativiert oder in Frage gestellt, während andere über unsere Arbeitsbedingungen und Leben entscheiden. Dabei sind es Sexarbeiter*innen selbst, die diese Branche am besten kennen.
Dieser Text ist ein Beitrag aus der Selbstvertretung: Eine Sexarbeiterin und Aktivistin schreibt über eigene Erfahrungen und ordnet sie politisch ein, nicht stellvertretend für alle, sondern aus gelebter Praxis heraus.
Immer wieder werde ich in meinen Workshops gefragt, ob man „Konsens denn kaufen könne" und ob es tatsächlich möglich sei, „wirklich freiwillig“ in der Sexarbeit zu arbeiten. Prostitutionsgegnerinnen1 behaupten immer wieder, man könne Konsens nicht kaufen, und ökonomischer Druck führe dazu, dass Sexarbeiter*innen nicht frei entscheiden könnten und daher auch nicht freiwillig arbeiten oder Sex haben würden. Sie fordern daher eine Kund*innenkriminalisierung und wollen Sexarbeit faktisch verbieten.
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- Geschrieben von: Conni Möhring
Dieser Beitrag ist vor einigen Jahren entstanden. Wir haben uns entschieden, ihn erneut zu veröffentlichen, weil die darin beschriebenen Probleme weiterhin bestehen. Die Situation von Sexarbeitenden ist nach wie vor von Unsicherheit, Stigmatisierung und politischem Druck geprägt – aktuell sogar verstärkt durch neue Debatten und Forderungen aus konservativen Parteien wie der CDU.
Der Text bleibt relevant, weil die notwendigen Veränderungen ausgeblieben sind und Aufklärung dringender denn je ist.
Der Streit um das „Nordische Modell“ wird unerbittlicher, schärfer und unsolidarischer. Wer sich für mehr Rechte und die soziale Absicherung von Prostituierten einsetzt oder wer als Sexarbeiter*in für die eigenen Rechte aktiv ist, wird mittlerweile schnell als Bordell-Lobbyist*in abgetan.
