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Selbstbestimmung bedeutet, über das eigene Leben frei entscheiden zu können – ohne Zwang, Stigma oder staatliche Repression. In Zeiten moralischer Panik und politischer Scheinlösungen braucht es eine klare linke Haltung: Rechte stärken statt Menschen bevormunden. Dieser Blog bietet Positionen, Analysen und solidarische Perspektiven für eine Politik der Freiheit und sozialen Gerechtigkeit.
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- Geschrieben von: Anne Bonny
Zu oft wird über Sexarbeit gesprochen, ohne Sexarbeiter*innen zu hören. Unsere Erfahrungen werden relativiert oder in Frage gestellt, während andere über unsere Arbeitsbedingungen und Leben entscheiden. Dabei sind es Sexarbeiter*innen selbst, die diese Branche am besten kennen.
Dieser Text ist ein Beitrag aus der Selbstvertretung: Eine Sexarbeiterin und Aktivistin schreibt über eigene Erfahrungen und ordnet sie politisch ein, nicht stellvertretend für alle, sondern aus gelebter Praxis heraus.
Immer wieder werde ich in meinen Workshops gefragt, ob man „Konsens denn kaufen könne" und ob es tatsächlich möglich sei, „wirklich freiwillig“ in der Sexarbeit zu arbeiten. Prostitutionsgegnerinnen1 behaupten immer wieder, man könne Konsens nicht kaufen, und ökonomischer Druck führe dazu, dass Sexarbeiter*innen nicht frei entscheiden könnten und daher auch nicht freiwillig arbeiten oder Sex haben würden. Sie fordern daher eine Kund*innenkriminalisierung und wollen Sexarbeit faktisch verbieten.
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- Geschrieben von: Conni Möhring
Dieser Beitrag ist vor einigen Jahren entstanden. Wir haben uns entschieden, ihn erneut zu veröffentlichen, weil die darin beschriebenen Probleme weiterhin bestehen. Die Situation von Sexarbeitenden ist nach wie vor von Unsicherheit, Stigmatisierung und politischem Druck geprägt – aktuell sogar verstärkt durch neue Debatten und Forderungen aus konservativen Parteien wie der CDU.
Der Text bleibt relevant, weil die notwendigen Veränderungen ausgeblieben sind und Aufklärung dringender denn je ist.
Der Streit um das „Nordische Modell“ wird unerbittlicher, schärfer und unsolidarischer. Wer sich für mehr Rechte und die soziale Absicherung von Prostituierten einsetzt oder wer als Sexarbeiter*in für die eigenen Rechte aktiv ist, wird mittlerweile schnell als Bordell-Lobbyist*in abgetan.
